Radolfzeller Narrenmusik -

Gedicht 11.2.1933

Die Radolfzeller Narrenschaft

Hat sich 'ne Musik angeschafft.

Damit sie in der Fasnachtszeit

Zu spielen hat Gelegenheit.

 

ln ihrem blauen Festgewand,

das Notenbuch fest in der Hand

maschiert sie so stolz daher,

als wenn das alles gar nichts wär.

 

Es fahrt den Dirigentenstab

Der längste Radolfzeller Knab.

Ersatzmann ist wie es so Bruch,

das Ehrenmitglied Kressibuch.

 

Den Brummbass blässt der Münkel Fritz,

er hat auch sonst viel Mutterwitz.

Die große Trommel unentwegt,

der lange Kurt von Huggle schlägt.

 

Die Trommel rührt Herr Ferdinand Ruf,

er war einst Bäcker von Beruf.

Der Kienzelpeppi oh wie nett,

pfeift Märsche auf dem Klarinett.

 

Der Häusler spielt den Bariton,

er konnts'mit 20 Jahren schon

Freund Bauer brummt auf seinem Bass

Das nacht ihm sicher vielen Spass.

 

Posaunenengel ei potz Blitz,

das ist ja unser Wehrle Fritz.

Der Wehrle Karl spielt überall,

wenn gilt auch bei dem Bürgerball.

 

Mit Es- und Trinkhorn trulala,

stehts Unikum von Schäuble da.

Auf einer Klarinette auch,

macht Musik unser Josef Jauch.

 

Das Bhorn bläst aus voller Brust

Der Baumann das es eine Lust.

Der Hannok Nosch gibt seinen Ton

Aus Herzensgrund auf dem piston

 

Auf Piccolo und Flöte horch

Pfeift unser Schweinfurth Georg Schorsch

Und hat es nun gefallen Euch

Dann spielt zum Schluss den Zapfenstreich.